Ölspur sorgt für ein Verkehrschaos

Kilometerlange Ölspuren und kilometerlange Staus gestern vom Ortsende Nuttlar bis nach Steinhelle. Ein Schmierfilm war die Ursache dafür. Foto: Joachim Aue

Kilometerlange Ölspuren und kilometerlange Staus gestern vom Ortsende Nuttlar bis nach Steinhelle. Ein Schmierfilm war die Ursache dafür. Foto: Joachim Aue

 

Olsberg. (le/wi) Verkehrschaos gestern in Olsberg und Bigge: Ein Kranwagen aus dem Raum Soest hat Hydraulik-Öl verloren. Außerdem muss ein weiteres Fahrzeug ein Leck gehabt haben. Die Folge: Eine mehrere Kilometer lange Ölspur vom Abzweig der B 7 hinter Nuttlar bis nach Steinhelle und sogar bis in die Seitenstraßen der Stadt.

Es ist 12.40 Uhr und die Autos stottern Stoßstange an Stoßstange vorwärts, kommen irgendwann zum Stehen. Aus allen Richtungen strömen Feuerwehrwagen mit Sirenengeheul nach Olsberg. Ein Postbote weicht mit seinem Wagen auf den Bürgersteig aus und tastet sich wie bei Eisglätte von Haustür zu Haustür. Ein glitschiger Ölfilm lässt Räder und Füße kaum noch Halt finden.

Feuerwehrleute stellen Warnschilder auf - auch auf den Nebenstraßen. Denn mittlerweile haben andere Autos den Ölfilm überall verteilt, weil sie händeringend versuchen, dem Verkehrschaos über Seitenstraßen zu entkommen. Laster drehen auf der Stelle und versuchen über den Kreisverkehr Bigge-West nach Gevelinghausen auszuweichen.

Die Blauröcke haben alle Hände voll zu tun, um zentnerweise das rote Bindemittel auf den Straßen zu verteilen. Nach und nach färbt sich der schwarze Asphalt rot. Dreimal muss "Puder"-Nachschub aus Brilon geordert werden. Manche Autofahrer werden ungeduldig, zwängen sich rücksichtslos zwischen blinkenden Feuerwehrwagen vorbei und gefährden dadurch auch die eifrigen Helfer.

Am späten Nachmittag löst sich das Chaos langsam auf. Ungünstiger als an einem ohnehin schon verkehrsmäßig stressigen Freitag in Olsberg hätte das Unglück nicht passieren können. Der Bigger Kreisel ist zum roten Ring geworden. Viele Fußgänger werden den öligen Staub in die Häuser tragen. Heute ist bestimmt überall Putztag!

"Insgesamt 70 Feuerwehrleute vom Löschzug Bigge-Olsberg und den Löschgruppen aus Assinghausen, Antfeld, Gevelinghausen und Nuttlar waren im Einsatz", sagt Feuerwehrsprecher Edgar Schmidt. 200 Sack Bindemittel habe man verbraucht. Man gehe in jedem Fall von zwei Verursachern aus, ist sich Schmidt sicher. "Die Ölspur in den Seitenstraßen war so breit. Die kann nicht allein von Autos sein, die durch den anderen großen Ölfilm gefahren sind." Der zweite Verursacher war bis gestern Abend noch nicht ausfindig gemacht.

Um das Chaos perfekt zu machen, hatte es am Mittag auch noch einen Unfall am Kreisverkehr mit einer schwangeren Frau gegeben. Der Olsberger Rettungswagen war bereits zu einem anderen Einsatz unterwegs. Die Feuerwehrleute und das Notarzt-Einsatzfahrzeug waren jedoch zur Stelle, um der Frau zu helfen. Später kam ein Rettungswagen aus Meschede dazu. Gestern Abend waren die Kehrmaschinen im Einsatz, um den Staub-Ölfilm wieder zu beseitigen.


12.10.2007 WP Brilon